06.11.2015

Thema: Geschäftsmodelle, Finanzierung & Förderung

B.A.U.M.: Norderstedter EnergieEffizienzGenossenschaft gegründet

Am 03.11.2015 wurde in Norderstedt die Norderstedter EnergieEffizienzGenossenschaft gegründet. Sie ist das Ergebnis eines vom Bundesumweltministerium im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitative geförderten Pilotprojekts, an dem sich die Stadt Norderstedt beteiligt hat. Ziel der Bundesregierung ist es, Energiesparen als neue Energiedienstleistung am Markt zu etablieren. Auf diese Weise sollen Effizienzpotenziale genutzt werden, die bislang aufgrund von Barrieren wie Zeit, Wissen und Kapital liegen bleiben.

Die Vorstands- und Aufsichtsratmitglieder der neugegründeten Norderstedter EnergieEffizienzGenossenschaft, Foto: B.A.U.M. e.V.Geschäftsgegenstand des neuen genossenschaftlichen Startup-Unternehmens, das im Rahmen einer Arbeitsgruppe unter Federführung des Bundesdeutschen Arbeitskreises für Umweltbewusstes Management (B.A.U.M.) e.V. und mit Unterstützung der Stadt und ihrer Bürger vorbereitet wurde, ist die Beseitigung überflüssigen Energieverbrauchs in Unternehmen, kommunalen Einrichtungen, kirchlichen und Vereinseinrichtungen. Überflüssig ist jeder Energieverbrauch, der sich mit moderner Technik ohne Nutzeneinbuße wirtschaftlich beseitigen lässt. (Bild: Die Vorstands- und Aufsichtsratmitglieder der neugegründeten Norderstedter EnergieEffizienzGenossenschaft, Foto: B.A.U.M. e.V.)

EnergieEffizienzGenossenschaft verbindet Zukunftsfonsds mit Energiespar-Contracting

Die Norderstedter EnergieEffizienzGenossenschaft ist eine neue Art von Energiegenossenschaft auf der Basis des vom B.A.U.M.-Vorsitzenden Prof. Dr. Maximilian Gege entwickelten Konzepts des Zukunftsfonds in Kombination mit dem Modell des Energiespar-Contractings. Das Modell wurde mehrfach ausgezeichnet, u.a. als „Ort im Land der Ideen 2014". Überall dort, wo Zeit, Know-how oder Finanzmittel fehlen, bietet die Genossenschaft als Dienstleister künftig die Übernahme von Effizienzmaßnahmen an.

Der Clou bei der Sache: Der Kunde, sei es ein Unternehmen, eine kommunale Einrichtung, ein Verein oder ein kirchlicher Träger, muss keinen Euro selbst in die Hand nehmen und sich nicht um die technische Umsetzung kümmern. Das tut die Genossenschaft für ihn zusammen mit qualifizierten Technikpartnern und regionalen Handwerksbetrieben.

Die Genossenschaft will sich in erster Linie über fest verzinste Darlehen ihrer Mitglieder finanzieren. Die Refinanzierung erfolgt aus den Einsparungen, die je nach Maßnahme zwischen 25 und 70 Prozent betragen. Dabei verfolgt die Genossenschaft keine Gewinnmaximierung, sondern Kostendeckung. Ihr Angebot ist deshalb vergleichsweise günstig.

Beteiligung von Bürgern aus Norderstedt und Ellerau

Wichtig ist jetzt, dass möglichst viele Bürger von Norderstedt und Ellerau Mitglied der Genossenschaft werden. Das ist für nur 100 Euro möglich. So viel kostet ein Geschäftsanteil. Durch die Mitgliedschaft können Bürger, aber auch Unternehmen, Vereine, Stiftungen usw. ihre Unterstützung der Genossenschaft und ihrer ökologischen und regionalpolitischen Ziele zum Ausdruck bringen. Zugleich erwirbt jedes Mitglied die Berechtigung, der Genossenschaft für ihre Investitionen Darlehen ab einer Höhe von 500 € zur Verfügung zu stellen.

Die Darlehen haben 5 Jahre Mindestlaufzeit und werden mit 4 Prozent verzinst, was bei der gegenwärtigen Kapitalmarktlage ausgesprochen attraktiv ist. Wenn in wenigen Wochen die Norderstedter EnergieEffizienzGenossenschaft ins Vereinsregister eingetragen ist und entsprechende Projekte vertragsreif sind, wird die Genossenschaft ihre Mitglieder zum Angebot von Darlehen aufrufen.

Erstes Projekt könnte von der Stadt Norderstedt kommen

Oberbürgermeister Grote begrüßte die Gründung als Meilenstein auf dem Weg zum „Energieffizienten Norderstedt". Er dankte allen Beteiligten, die die Genossenschaftsgründung vorbereitet haben, und wünschte der Norderstedter EnergieEffizienzGenossenschaft viele Mitglieder und Kunden.

Kein Unternehmen, kein Verein und keine sonstige Einrichtung in Norderstedt, so der Oberbürgermeister, müssen künftig technisch machbare sowie wirtschaftlich und klimaschutzmäßig sinnvolle Einsparinvestitionen auf die lange Bank schieben. Auch die Stadt könne von der Genossenschaft profitieren. Ein Angebot zur Lichtsanierung der Rathaus-Tiefgarage mit modernen LED-Lampen und Bewegungsmeldern liegt bereits vor.

Gege beglückwünschte die Stadt zu der neuen Energiegenossenschaft und verwies auf das Vorbild der B.A.U.M. Zukunftsgenossenschaft, die deutschlandweit überall dort tätig wird, wo es (noch) keine Regionale EnergieEffizienzGenossenschaft (REEG) gibt. Im Vorgriff auf die Gründung hat die „Muttereffizienzgenossenschaft" eine Lichtsanierung beim Norderstedter Unternehmen Partyservice Japp zur vollen Zufriedenheit des Kunden ausgeführt. Künftig übernimmt die Norderstedter EnergieEffizienzGenossenschaft diese Aufgabe.

Beteiligung von Stadt und lokaler Wirtschaft

Im Vorstand und Aufsichtsrat der neuen Genossenschaft sind die Stadt Norderstedt und die Gemeinde Ellerau, die örtliche Wirtschaft und die Bürgerschaft vertreten. Die Geschäftsführung wird im Auftrag des Vorstands bis zum Ende des Pilotprojekts im März nächsten Jahres noch von B.A.U.M. besorgt.

Mit dem neuen Instrument der Genossenschaft nimmt Norderstedt die Themen Energieeinsparung und Energieeffizienz selbst in die Hand und leistet Hilfe zur Selbsthilfe nach dem Motto „Aus der Region, für die Region".

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