01.12.2014

Thema: Geschäftsmodelle

(DENEFF) Markt für Energieeffizienz braucht klaren politischen Rahmen

Der Markt für Energieeffizienz gewinnt in Deutschland weiter an Bedeutung. Dies zeigt der heute in Berlin vorgestellte Branchenmonitor Energieeffizienz 2014. Laut der zugrundeliegenden Befragung wuchs der Umsatz mit Produkten und Dienstleistungen im Bereich Energieeffizienz 2013 im Vergleich zum Vorjahr um 11 Prozent. Hochgerechnet beläuft sich das Marktvolumen damit auf etwa 160 Milliarden Euro. Die Bedeutung der Branche als wichtiger Jobmotor wächst: Die Unternehmen meldeten 2013 einen Beschäftigungszuwachs von fünf Prozent. Damit sind in der Branche hochgerechnet mehr als 800.0000 Mitarbeiter beschäftigt. Im Vergleich zum Vorjahr hat die Dynamik allerdings etwas nachgelassen: 2013 lag das Umsatzwachstum bei 16 Prozent, die Zahl der Beschäftigten stieg um 9,5 Prozent. Für den von der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz (DENEFF) in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC herausgegebenen Branchenmonitor wurden Unternehmen aus der Branche befragt. Er erscheint dieses Jahr zum zweiten Mal.

„Im Vergleich zum Vorjahr können wir insgesamt eine etwas schlechtere Gesamtstimmung unter den befragten Marktteilnehmern ausmachen“, sagt Dr. Norbert Schwieters, Global Energy Leader von PwC. „Die Unternehmen sind nach wie vor über die politischen Rahmenbedingungen verunsichert. Die Branche setzt daher wie in den Vorjahren große Hoffnungen in die Umsetzung der EU-Energieeffizienz-Richtlinie.“ Gleichzeitig wünschen sich rund 80 Prozent der befragten Marktteilnehmer eine langfristig angelegte Effizienzstrategie, die verbindliche Ziele festlegt. „Diese Aufgabe könnte ein übergreifendes Energieeffizienzgesetz übernehmen“, so Schwieters.

Auch wenn die Unternehmen auf klare Vorgaben der Politik warten, bleibt die Branche auf Wachstumskurs: „Trotz eines abgeschwächten Positivtrends wächst der Markt für energieeffizienzsteigernde Produkte und Dienstleistungen weiterhin spürbar. Damit sind die vorhandenen wirtschaftlichen Effizienzpotenziale jedoch bei Weitem nicht ausgeschöpft.“, sagt Carsten Müller, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz. „Um die Energiewende-Ziele zu erreichen und die Innovationskraft der Branche nicht zu bremsen, muss die Bundesregierung mit dem mehrfach angekündigten Aktionsplan Energieeffizienz dem Ruf der Unternehmen nach einer verbindlichen Effizienzpolitik folgen.“

Die nach wie vor steigenden Preise für Rohstoffe und Energie sind ein wesentlicher Treiber. Auch der technische Wandel übt erheblichen Einfluss auf die Entwicklung der Energieeffizienz aus: „Allerdings mangelt es  bei Produkten und Dienstleistungen gegenwärtig noch an Transparenz. So fehlt es den Verbrauchern an Vertrauen in die zum Teil sehr unterschiedlichen und schwer bewertbaren Angeboten zur Steigerung der Energieeffizienz“, sagt Dr. Volker Breisig, Partner im Bereich Energiewirtschaft bei PwC. Von besonderer Bedeutung ist dabei eine zentrale Qualitätssicherung für die weitere Entwicklung des Energieeffizienzmarktes und von Geschäftsmodellen von Unternehmen. Die Umsetzung der EU-Energieeffizienz-Richtlinie könnte auch hier für mehr Klarheit sorgen und den Unternehmen mehr Planungssicherheit bieten, so Breisig. 

Der Branchenmonitor basiert auf einer Erhebung unter 90 Unternehmen aus verschiedenen Bereichen der Energieeffizienzbranche (Energiemanagement- und Beratungsdienstleistungen, Gebäudetechnik, Baugewerbe, Contracting, Mess-Steuer- und Regelungstechnik, Maschinenbau und anderen) sowie auf bestehenden Studien und Statistiken. 

Download des Branchenmonitor Energieeffizienz 2014

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