24.03.2015

Thema: Information & Beratung

(vzbv) Energielabel für Elektrogeräte muss verständlicher werden

„Das Energielabel ist alles andere als einfach. Galt früher Klasse A als guter Tipp, ist diese Kennzeichnung heute nicht mehr viel wert“, sagt Klaus Müller, Vorstand des vzbv.

Weil Haushaltsgeräte immer effizienter werden, gibt es die Zusatznoten A+++, A++ und A+. Eine einheitliche Skala für alle Geräte fehlt aber. Wäh­rend bei neuen Staubsaugern die besten Geräte die Klasse A tragen, ist A+ bei Waschmaschinen bereits die schlechteste Kategorie, die überhaupt noch neu in den Handel kommen darf. Das wissen aber die Verbraucher nicht: Laut aktueller forsa-Umfrage meinen mehr als drei Viertel (77 Pro­zent), dass eine Waschmaschine der Klasse A+ ein sehr energiesparendes Haushaltsgerät sei.

Dass es die schlechteste Klasse auf dem Markt ist, zeigt das Label nicht. Es informiert nicht darüber, welche Effizienzklassen überhaupt noch angeboten werden. „Wenn in der Schule nur Noten zwischen 1+, 1 und 1- vergeben werden, was sind diese Bewertungen dann wirklich wert?“, so Müller. „Wir brauchen für das Energielabel wieder eine einheitliche und leicht verständliche Skala, die für alle Geräte gilt."

Nur Bestnoten sind nicht vergleichbar

Der Marktcheck zeigt, dass vor allem die Flut an Bestnoten problematisch ist: 73 Prozent der angebotenen Waschmaschinen erreichen die höchste Effizienzklasse A+++. Bei den Kühl- und Gefriergeräten sind 80 Prozent A+++- oder A++-Geräte. Damit wird die Aussagekraft geschwächt, ein wirk­licher Vergleich fällt schwer.

Der vzbv fordert eine Rückkehr zum ursprünglichen System mit einer Skala von A bis G. Frühere Studien zeigen, dass Verbraucher diese Einteilung besser verstehen. Die Europäische Kommission müsse das berücksichti­gen, wenn im Sommer 2015 die Rahmenrichtlinie zu Ökodesign und Ener­gieverbrauchskennzeichnung überarbeitet werden soll.

Energielabel muss Stromverbrauch deutlicher ausweisen

Der Marktcheck belegt zudem, dass die angebotenen Haushaltsgeräte zwar immer effizienter werden, aber auch immer größer. Vor allem große Geräte erreichen leicht gute Effizienznoten, weil der Verbrauch im Verhält­nis zur Gerätegröße errechnet wird. Effizienz allein bewirkt aber noch keine sinkende Stromrechnung. Wirklich Auskunft gibt nur der Jahresstromver­brauch in Kilowattstunden. Den berücksichtigt der Umfrage zufolge aber nur ein Drittel der Verbraucher.

Der Stromverbrauch muss laut vzbv deutlicher und verständlicher als bis­her auf dem Energielabel ausgewiesen werden. Müller: „Nur verständliche Informationen sind gute Informationen. Ohne Nachbesserungen wird das Vertrauen in die Kennzeichnung des Energieverbrauchs schwinden. Dann ist das Label bald nicht mehr als ein bunter Aufkleber“, so Müller.

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