03.12.2014

Thema: Energie

Pressemitteilung: (FOES) Effizienzwende mit NAPE auf richtigem Weg - aber längst nicht am Ziel

NAPE liefert wichtige Ansätze
Das FÖS begrüßt die Initiative des Nationalen Aktionsplans Energieeffizienz (NAPE) und sieht darin einen wichtigen Fortschritt für die deutsche Energieeffizienzpolitik im Rahmen der Energiewende. Wir erkennen, dass mit dem NAPE neue und effektive Maßnahmen auf den Weg gebracht werden. Dazu zählen auch ökonomische Instrumente wie die steuerliche Förderung für energetische Gebäudesanierungen, das wettbe-werbliche Ausschreibungsmodell und die geplante Risikoabsicherung durch Bürgschaften für den Contrac-ting-Sektor.

Auch die Absicht der Bundesregierung, möglicherweise für die wirksame Umsetzung des NAPE ein Energieeffizienzgesetz zu schaffen, um die Verbindlichkeit und Übersichtlichkeit der Effizienzstrategie zu unter-streichen, ist begrüßenswert.

… schließt jedoch nur ein Drittel der 2020-Lücke
Die im NAPE geplanten Maßnahmen bringen jedoch nur weniger als ein Drittel der Energieeinsparungen, die zum Erreichen der Klimaschutzziele bis 2020 notwendig sind. So sollen die Sofortmaßnahmen und die „weiterführenden Arbeitsprozesse“ zu Einsparungen lediglich in Höhe von bis zu 460 Petajoule führen, während die Lücke zum Primärenergieziel für 2020 bei rund 1.500 Petajoule liegt. Bezüglich der Berechnungsmethoden zur Ziellücke und dem Beitrag einzelner Maßnahmen fordert das FÖS größtmögliche Transparenz, um das Kalkül der Bundesregierung nachvollziehen zu können.

Effizienz als günstigste Klimaschutzstrategie noch stärker nutzen
Um die Klimaschutz- und Energiesparziele der Bundesregierung für das Jahr 2020 zu erreichen, reichen die im NAPE vorgeschlagenen Sofortmaßnahmen und folgenden Arbeitsprozesse demnach noch nicht aus. Das Potenzial im Bereich Energieeffizienz wird weiterhin unzureichend genutzt. Im Rahmen der Energiewende- und Klimaschutzstrategie der Bundesregierung bedeutet das: Statt der günstigen Effizienzoptionen müss-ten zum Erreichen der Primärenergieeinsparziele vergleichsweise kostenintensivere Maßnahmen wie das Ersetzen von Kohlekraftwerken durch Erneuerbare Energien ergriffen werden. Weniger Stromverbrauch durch eine effizientere Nutzung bedeutet dagegen, dass weniger Windräder, weniger Stromnetze und we-niger Stromspeicher nötig sind. Und das heißt: Der Ausstieg aus Atom und Kohle wird einfacher. Energieef-fizienz sollte daher zur wichtigsten Säule der Energiewende werden. Denn Effizienzmaßnahmen sind nicht nur kostengünstig, sie bringen auch zusätzliche Vorteile wie positive Wachstums- und Beschäftigungseffekte, Innovationsimpulse und mehr Unabhängigkeit von Energieimporten mit sich.

Mehr Potenzial für Preisinstrumente und Abbau von Fehlanreizen vorhanden
Leider wurde die Chance vertan, stärker Preisinstrumente und den Abbau von Subventionen zu nutzen, um Fehlanreize zu beseitigen und finanzielle Spielräume zur Gegenfinanzierung von Förderprogrammen zu schaffen. Sämtliche im NAPE vorgeschlagenen ökonomischen Anreizinstrumente basieren auf Subventionen, also Staatsausgaben und Staatsmindereinnahmen. Diese investitionsfördernden Maßnahmen sind richtig und wichtig, müssen jedoch im Volumen eher noch steigen und in Zeiten der Haushaltskonsolidierung auch gegenfinanziert werden. Hier sollten an erster Stelle klimaschädliche, die Energiewende blockieren-de Subventionen wie industrielle Energiepreisvergünstigungen, Subventionen im Luftverkehr oder das Dienstwagenprivileg abgebaut werden. Preisinstrumente wie die Anpassung der Heizstoffsteuern an den CO2-Gehalt oder die Einführung einer Effizienzumlage auf den Energieverbrauch können zusätzlich einer-seits notwendige Einnahmen generieren und andererseits weitere Effizienzanreize setzen. Preissignale sind zudem ein zentrales Mittel, um Rebound-Effekte nach Effizienzsteigerungen zu vermeiden.

Dass Preisinstrumente zu den erfolgreichsten Effizienzinstrumenten zählen, zeigt schließlich auch ein Blick auf die bisherige deutsche Effizienzpolitik: Fast die Hälfte der geplanten Einsparungen durch schon bestehende Instrumente lassen sich schließlich auf preisimpulssetzende Maßnahmen zurückführen.

Download der FOES Stellungnahme zum NAPE

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